Dartblaster – eine Einführung

Als Dartblaster bezeichnen wir erst einmal alles, was ein Schaumstoffprojektil beschleunigt. Im Allgemeinen meinen wir Spielzeug, dass mehr oder weniger Nerf Dart kompatible Munition verschießt. Es gibt aber auch andere Munitions Typen.

Zuerst wollen wir einen kurzen Überblick über die „typischen“ Hersteller geben.

Der Größte und prominenteste Hersteller ist hierbei natürlich Hasbro.

Hasbro produziert seit über 20 Jahren sogenannte Nerf Blaster (Non-Expanding Recreational Foam). Im Laufe der Zeit gab es einige „Serien“ von Nerf. (Eine Ausführliche Behandlung dieses Themas gibt es Hier.

Das Wichtigste in Kürze, die aktuellen Serien (Elite, Zombie, Rebelle und „Mega“) haben effektivere Systeme als die früheren Serien und deshalb von Haus aus mehr Leistung. Allerdings gibt es auch bloße „Repaints“. Eine genaue Liste findet ihr Hier

Neben Nerf, gehört BuzzBee zu den großen Herstellern. Auch BuzzBee unterteilt seine Blaster in Serien, aber alle nicht Nerf Blaster sind im deutschen Einzelhandel zu wenig vertreten, als dass das in Deutschland ins Gewicht fallen würde. BuzzBee baut genau wie Lanard eher „realistisch“ aussehende Blaster. Allerdings sind die Leistungen im Vergleich zu den neuen Nerf Serien eigentlich immer schwächer (zumindest unmodifiziert). Wir dürfen aber auf die neue Generation BuzzBee hoffen, die mit besserer Leistung und Nerf kompatiblen Magazinen daherkommt. Zum jetzigen Zeitpunkt leider noch nicht im Deutschen Handel verfügbar.

Neben den „großen“ Marken gibt es natürlich noch eine Vielzahl anderer Hersteller… von der „ToysRus Hausmarke“ bis hin zu dreistesten China-Clonen gibt es eigentlich alles…

Neben den Dartblastern beschäftigt sich die „Szene“ auch immer mal wieder mit „ähnlichen“ Systemen wie BoomCo, Eddison oder TekRecon… Auf diese wollen wir hier aber aufgrund der ganz anderen Munitionstypen nicht näher eingehen.

Jetzt zu den eigentlichen Blastern!

Es gibt eine Vielzahl an Blastern, die auf die Unterschiedlichsten Arten funktionieren. Dabei gibt es mehrere Schwerpunkte, die man in diesem Zusammenhang setzen kann. Das wären z.B.:

  • Wie wird der Dart beschleunigt?
  • Wie wird der Dart in den Blaster geladen?
  • Wie wird der Blaster Schussbereit?

Die meiner Meinung nach Wichtigste Frage ist die nach der Beschleunigungsart. Hier gibt es 3 Haupt-Systeme:

  1. Federdruck
  2. Luftdruck
  3. Flywheel Technik

Federdruck macht hierbei den Größten Teil aus. Hierbei wird eine Feder gespannt und beim Entspannen wird ein Luftvolumen gegen den Dart gedrückt und dieser Somit beschleunigt. Umso größer dieses Luftvolumen ist und umso schneller es gedrückt wird, umso mehr leistungspotential hat das System.

Luftdruck ist ein sehr kraftvolles Mittel, wird aber immer seltener produziert. Hierbei wird ein Drucktank aufgepumpt und der Dart dann mit dieser Luft angetrieben. Hierbei hängt die Leistung vom Volumen des Drucktankes sowie dem erzeugbaren Druck ab.

Die Flywheel Technik ist aktuell sehr auf dem Vormarsch. Hier Werden zwei Schwungräder (Flywheels) elektrisch angetrieben, der Dart zwischen diese geschoben und somit beschleunigt. Bei dieser Art Beschleunigung hängt das meiste von der Drehzahl der Räder ab, was wiederum von den Motoren und der benutzten Voltzahl abhängt.

 

Nun gibt es bei allen Systemen unterschiedliche Varianten und auch Kombinationen untereinander. Wir wollen hier aber einen Schwerpunkt auf Federdruck legen. Warum? Luftdruck ist relativ kompliziert und hat einen recht geringen Marktanteil (in Deutschland) und Flywheeler sind recht simpel, dazu ist bereits das wichtigste gesagt ^^ Hier

Beim Federdruck gibt es 2 typische, weit verbreitete Grundprinzipien. Den Reverse Plunger und den Direkt Plunger.

Reverse Plunger (Bekannt aus ver „Vor-Elite“ Zeit, weniger Effizient)

Einzelschuss Springer (reverse plunger)

Direkt Plunger (Der Elite Standard, deutlich Effizienter als der Vorgänger)

Einzelschuss Springer (direct plunger)

Wie bereits erwähnt hängt die Leistung dieser Systeme Bautechnisch vom Volumen der Plungertube und der Stärke der Feder ab. Wobei ein Direkt Plunger bei selben Spezifikationen mehr Leistung bringt als ein Reverse Plunger.  Ein dritter wichtiger Faktor ist die Dichtheit des Systems. Während Plungertube und Dichtheit meistens schwerer zu modden sind, kann eine Stärkere Feder meistens sehr einfach eine deutliche Leistunngssteigerung erzielen (z.B. bei Blasterparts.de erhältlich).

 

Jetzt hätten wir noch zwei Möglichkeiten Dartblaster zu kategorisieren.

  • Wie wird der Dart in den Blaster geladen?
  • Wie wird der Blaster schussbereit?

Geladen:

Klassisch sind der Vorderlader und der Magazinblaster.

Vorderlader sind Blaster, bei denen man den Dart von Vorne in den Lauf oder die Läufe einschiebt. Eine „Unterkategorie“ stellen Blaster da, die eine Trommel besitzen, die man hierzu aufklappen oder weiter drehen muss.

Im Gegensatz dazu stehen die Magazinblaster bei denen entsprechend ihres Namens die Darts erst in ein Magazin geladen werden, bevor dieses dann in den Blaster geladen wird.

Hier wollen wir nur kurz anmerken, dass die meisten Magazinblaster, die die selbe Munition verwenden von einem Hersteller untereinander Kompatibel sind. Im Speziellen sind das Clip-System-Darts und Nerf Magazine zu Nerf Magazinblastern, Dart + Hülse und Buzzbee-Magazin zu BuzzBee-Magazinblastern oder auch Vortex-Disk mit Vortex-Magazinen zu Vortex Magazinblaster.

 

Bei der Frage wie der Blaster schussbereit wird, gibt es dann schon wieder mehrere Möglichkeiten und hier steigt dann auch spätestens die Frage ein „was will ich“ bzw. „wofür will ich den Blaster“

Es gibt Blaster, die Vollelektrisch, vollautomatisch schießen bis kein Dart mehr geladen ist. Es gibt Blaster die einen Dart in der Kammer haben und mit mehreren Pumphüben zu ordentlicher Leistung geladen werden. Pumpactionblaster die ein Magazin so schnell abfeuern können wie man es schafft zu repetieren usw.

 

Hier sollte zuerst die Frage gestellt werden, wofür man den Blaster möchte.

(Office-)War? Larp? Cosplay? Nur so zum Spaß?

 

Während die Rapidstrike als Vorreiter der Vollautomatischen Flywheelblaster das 18er Magazin in wenigen Sekunden leert und somit einen Bleibenden Eindruck bei jedem Spaßigen Scharmützel hinterlässt, ist sie wohl eher unpraktisch für ein Endzeitszenario mit starker Munitionsbeschränkung.

Das stylische Jagdgewehr von BuzzBee hingegen, in dem man jeden Dart bei repetieren einzeln einlegt trägt auf einer Con sicherlich ungemein zur Stimmung bei, führt bei einem War gegen das Nachbarbüro aber wahrscheinlich schnell zur Frustration.

 

Man braucht also den passenden Blaster für das geplante Event ^^

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So. Nun zum Abschluss der Theorie wollen wir uns noch kurz der Munition, also den Darts selbst zuwenden.

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Zuerst sei gesagt, dass es verdammt viele Darts gibt. Manche davon sind gut, andere weniger und wieder andere, je nach Einsatz. Jeder Hersteller hat mal mindestens mehrere Varianten, wenn nicht sogar mehrere Größen. Die am meisten verwendeten Darttypen sind wohl die „Clip-System-Darts“ und die „Whistler-Darts“.

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Hierbei handelt es sich um die „normal“ großen Darts. Unter Clip-System definieren wir alle Darts, die in ein Nerf-Magazin geladen werden können. Mit „Whistlern“ meinen wir die Darts derselben Baugröße, bei denen der Kopf allerdings dicker ist als der Schaumstoff dahinter. Benannt nach den „ersten“ in Deutschland weit verbreiteten Whistler Darts von Nerf, Baugrößen mäßig gleich sind auch die Tagger und Suctions.

Neben dieser „Standard“ Größe gibt es natürlich auch noch andere „Darts“ wie z.B. Nerf Mega, Nerf Vortex oder verschiedene Raketen.

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Der Dart schlecht hin in Deutschland ist der Elite-Dart. Der „neue“ Clip-System-Dart von Nerf.

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Dieser Dart wird bei allen neueren Nerfs (Elite, Rebell, Zombie) benutzt und ist mit den meisten alten Nerfs und sehr vielen Blastern anderer Hersteller kompatibel. Er hat sich in Deutschland durchgesetzt, weil er als relativ genau und dabei relativ sicher gilt. Da in Deutschland die moddingszene größtenteils auf Larp gründet, ist bei uns die Sicherheit sehr wichtig. (Im Gegensatz zu z.B. in den USA, wo die Darts stark modifiziert werden, weil sowieso mit Schutzbrille gespielt wird.)

Aus diesem Grund sind in Deutschland auch alle Arten von Dart-Modding verpönt und auf Larp-Veranstaltungen grundsätzlich verboten (außer das kürzen von Originaldarts). Auch sogenannte Sport-Darts und selbstgebaute Darts (sog. Stefans) werden im Larp nicht verwendet. Beim „War“ ist das natürlich etwas anderes.

Es gibt also eine Vielzahl an Kompatiblen Darts, was genau das „Beste“ ist muss aber unterschiedlich betrachtet werden. Tendenziell gilt als Richtlinie, bei Vorderladern Whistler, bei allem anderen Elite.

 

Und zu guter Letzt noch ein Warnhinweis. Achtung bei Billig Darts! Es gibt eine ganze Reihe an Anbietern aus dem Fern-Osten, die Darts anbieten, die zwar wie Elite Darts aussehen, aber zum Teil mit Hartplastik oder vollgummiköpfen daher kommen. Solche Darts werden auf Larps Grundsätzlich nicht zugelassen!

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Ein Kommentar zu Dartblaster – eine Einführung

  1. Yvonne sagt:

    Sehr informativer Beitrag!
    Es ist von den Billig-Darts wirklich abzuraten, selbst wenn man diese aufgrund des geringen Preises, natürlich viel schneller mal entsorgen kann kommt es mit den Darts aber auch schneller zu Problemen mit den Blastern, so dass ein verklemmter Dart mal wieder eine längere Wartungsphase nach sich zieht!
    In diesem Sinne alles Gute für 2016!

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